FBA oder FBM: Welches Fulfillment-Modell passt zu deinem Produkt?
FBA (Versand durch Amazon) oder FBM (Versand durch Verkäufer) – diese Entscheidung beeinflusst deine Marge, deine Buy-Box-Chancen und deinen Arbeitsaufwand. Die kurze Antwort: Für die meisten Private-Label-Produkte ist FBA die richtige Wahl. Aber es gibt klare Ausnahmen.
Was die beiden Modelle unterscheidet
Bei FBA schickst du deine Ware in Amazons Logistikzentren – Lagerung, Versand, Kundenservice und Retouren übernimmt Amazon gegen Versand- und Lagergebühren. Bei FBM lagerst und versendest du selbst (oder über einen Fulfillment-Dienstleister) und sparst dir diese Gebühren, trägst aber Versandkosten und Aufwand selbst.
Die Argumente für FBA
- Prime-Logo: deutlich höhere Conversion-Rate und Sichtbarkeit
- Buy-Box-Vorteil: FBA-Angebote gewinnen die Buy Box strukturell häufiger
- Skalierbarkeit: 10 oder 1.000 Bestellungen am Tag machen für dich keinen Unterschied
- Kein operativer Aufwand für Versand, Retouren und Versandkundenservice
- Bessere Chancen im Ausland über EFN/Pan-EU
Die Argumente für FBM
- Große, schwere oder sperrige Produkte: FBA-Gebühren steigen mit Größe und Gewicht stark an
- Langsam drehende Produkte: keine Lager- und Langzeitlagergebühren
- Personalisierte oder konfigurierbare Produkte, die erst nach Bestellung fertig werden
- Backup-Strategie: FBM-Angebot parallel pflegen, falls der FBA-Bestand ausverkauft ist
- Volle Kontrolle über Verpackung und Beilagen (Branding!)
Der Kostenvergleich – so rechnest du es durch
Vergleiche pro verkaufter Einheit: FBA-Versandgebühr + anteilige Lagergebühr gegen deine echten FBM-Kosten (Porto, Verpackungsmaterial, anteilige Lagermiete, Zeitaufwand pro Sendung). Bei einem Standardprodukt unter 1 kg liegt die FBA-Gebühr meist bei 3–5 € – das schlägst du im Eigenversand inklusive Arbeitszeit selten. Bei einem 8-kg-Produkt mit Sondergröße dreht sich die Rechnung schnell um. Die exakte FBA-Gebühr für dein Produkt ermittelst du mit dem kostenlosen Amazon-Gebühren-Rechner.
Wichtig: Rechne den Prime-Effekt ein. Ein FBM-Angebot ohne Prime konvertiert messbar schlechter – ein paar Cent Versandersparnis bringen nichts, wenn die Verkäufe um 20–30 % einbrechen.
Faustregeln aus der Praxis
- Standardgröße, unter 2 kg, dreht schneller als 3 Monate: FBA
- Sondergröße oder über 5 kg: FBM durchrechnen, oft günstiger
- Saisonartikel mit langer Lagerdauer: FBM oder knappe FBA-Anlieferung
- Neue Produkte testen: FBA – der Prime-Effekt zeigt das echte Potenzial
Beide Varianten kalkulieren statt raten
Am Ende entscheidet die Marge. In SELLERSHEETS kalkulierst du dein Produkt mit allen FBA-Gebühren auf den Cent genau – so siehst du sofort, was der Versand durch Amazon dich pro Stück wirklich kostet und ob ein FBM-Setup die Marge real verbessern würde. Einen ersten Schnellcheck machst du mit dem kostenlosen FBA-Margenrechner – ohne Anmeldung.